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Donnerstag, 11. September 2014

Politik in der säkulären Stagnation: konventionelle Ansatzpunkte

Nachdem ich Baldwin und Teulings gelesen haben, stelle ich kurz die im Buch diskutierten wirtschaftspolitischen Strategien darstellen. Baldwin und Teulings unterscheiden zwischen schwierigen aber konventionellen Politikvorschlägen, welche vor allem auf die Erhöhung des langfristigen Produktionspotential vor Volkswirtschaften abzielen. Diese sind bekannt, werden auch von OECD und Europäischer Kommission immer wieder vorgeschlagen und auch in den Zeitungen immer wieder diskutiert. Zu de unkonventionellen Maßnahmen komme ich in einer anderen Post.

Baldwin und Teulings schreiben:
The corresponding policy responses correspond to the first pillar of the Macro 101 frame in that they aim to raise economies’ long-run growth potential. They include the following:
  • Improving the education system.
  • Investing in the physical infrastructure. 
  • Removing barriers for labour mobility between firms by trimming down           employment protection legislation.
  •  Increasing incentives for low-skilled workers to participate on the labour market. 
  • Simplifying procedures for starting up businesses. 
  • Applying anti-monopoly policies to reduce the profit margins in new IT industries. 
These new IT industries are characterised by large network externalities and hence low
investment demand. Anti-monopoly policies increase the share of profits available for
less monopolistic parts of the value chain, thereby enhancing investment demand.
Im wesentlichen zielen diese Maßnahmen darauf ab zentrale Inputfaktoren zu verbessern (Bildungsreformen, physische Infrastruktur), Reallokation von Ressourcen zu verbessern (Barrieren der Arbeitsmobilität reduzieren, administrative Kosten für Gründungen senken, Arbeitsmarktbeteiligung niedrig qualifizierter Arbeitskräfte) und Marktmechanismen zu stärken (wie auch Luigi Zingales nicht müde wird zu erwähnen).

Diese Politikmaßnahmen zielen primär auf die Angebotsseite ab und entsprechen dem was unter Strukturreformen gemeint ist. Allerdings primär Sturkturreformen, welche dazu dienen die Investitionsquote zu heben, nicht solche welche die Unsicherheit erhöhen und damit nochmal das geplante Sparen.  Investitionen erhöhen nicht nur die zukünftige Produktivität sondern auch die gegenwärtige Nachfrage.

Unter diesen Maßnahmen könnnte man auch Maßnahmen einordnen welche die Effizienz der staatlichen Institutionen erhöht (Reduktion von Korruption und administrative Kosten für Unternehmen und Bürger). Mit diesen Maßnahmen könnten wahrscheinlich die meisten leben, sofern sie nicht gerade Partikularinteressen verfolgen oder Monopolpositionen besetzen.



Mittwoch, 24. Oktober 2012

Der Wert des Euro, Gold und Nikolaus Jilch

In der Presse versucht Nikolaus Jilch über Milchmädchenargumentation Gold eine Bedeutung zukommen zu lassen, die es nicht mehr besitzt. Der Goldstandard ist längst Geschichte, auch wenn der Euro (gemeinsame Währung) für die Euroländer die gleichen Beschränkungen bereitstellt wie der Goldstandard, aber das ist eine andere Geschichte. Mit einer intrinsischen Bindung des Geldwerts an Gold hat das nichts zu tun.

Notenbanken besitzen Gold. Traditionell. Da sie nicht auf Gewinn ausgerichtet sein müssen, gibt es für Nationalbanken keine Veranlassung Gold zu verkaufen. Ein Goldverkauf gegen eigene Währung würde die Geldmenge reduzieren. Aber nicht weil weniger Gold da wäre. Nein, weil der Mechanismus wenn Geld bei der Notenbank anlangt, Geldzerstörung genannt wird. Verkauft die Notenbank Gold gegen fremde Währungen findet ein Assettausch statt. Tauscht sie Gold gegen Wertpapiere passiert dauch ein Assettausch. Gold zu verkaufen ist deutlich mühsamer als Devisen oder Wertpapiere zu verkaufen.

Mit dem Anstieg des Goldpreises (eine Blase?) haben sich die Marktpreise der Goldassets erhöht. No Na Net. Dasselbe würde für andere Assetpreise unter Asset-Inflation gelten (Bonds, fremde Währungen, Betongold etc.). Also nichts neues. Aber Jilch geht einen Schritt weiter und verlässt den Boden der ökonomischen Tatsachen: