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Freitag, 17. Februar 2012

Moral und Economics

Ökonomie ist auch eine moralische Wissenschaft. Atkinson meint dies impliziert Politikmaßnahmen auf unterschiedliche Wohlfahrtsmaße hin zu untersuchen. Das meine ich hier nicht.

Ich meine eher die moralische Forderung, dass Schuldner ihre Schulden selbst zahlen sollen kontrastiert mit dem Hinarbeiten zu einer für alle wohlfahrtsmaximierenden Situation.

Nehmen wir das Beispiel Griechenland. Wenn die EZB bereits zu Beginn der Krise glaubwürdig angekündigt hätte, dass sie alle griechischen Staatsanleihen gekauft hätte, dann hätte das perverse Anreize gesetzt. Aber Anreize sind hier primär eine moralische Frage. Es gibt Mechanismen die Griechen "zu bestrafen" ohne gleich die Zinsen in nicht nachhaltige Spähren zu treiben und als Kollateralschaden das Bankensystem und weitere Länder (Italien, Spanien etc.) zu destablisieren.

Ist dieses Denken in Anreizen moralisch oder ökonomisch? Ich denke moralisch. Ökonomisch wäre die Anwendung des Kompensationsprinzips.

Das Kompensationsprinzip (Hicks, Kaldor) berücksichtigt die Wohlfahrt:

Freitag, 26. August 2011

Griechische Anleihenrenditen


hier die Grafik zu den Renditen für zweijährigen griechischen Anleihen. Die 10-jährigen waren auf 18,13%. Doch der deutliche Anstieg spricht für sich, auch wenn griechische Bonds kaum mehr am Markt gehandelt werden, somit Marktrenditen weniger Aussagekraft haben.

Dass den Europäischen Anstrengungen doch ein bisschen mehr Glaubwürdigkeit entgegengebracht wird zeigen die Daten der Deutsche Bank Research. Die implizite Defaultwahrscheinlichkeit Griechenlands berechnet auf Basis von CDS für 5-jährige Staatsanleichen liegt bei 17% jährlich. Zum Vergleich Österreich hat eine implizite Defaultwahrscheinlichkeit von 1,9% p.a.

Dabei muss berücksichtigt werden , dass es Diskussionen darüber ob nicht die Forderungen nach Sicherheiten nicht zu einem CDS event führen würde, ohne dass Griechenland notwendigerweise insolvent ist.

Über die möglichen Wirkungen von nackten CDS auf die Kapitalkosten haben sich Che und Sethi Gedanken gemacht. Ihr Ergebnis ist dass CDS die Kreditkosten beeinflussen kann, wenn die optimististen Investoren statt Anleihen zu kaufen CDS auflegen. Dies kann zu Erhöhungen von Kreditkosten und Insolvenzwahrscheinlichkeit führen:

We examine the effects of credit derivatives on equilibrium debt contracts when investors have heterogeneous beliefs, with particular focus on naked credit default swaps. Although such contracts are zero-sum side bets, their existence can have important consequences. They induce investors who are most optimistic about borrower revenues, and would therefore be natural purchasers of debt, to sell credit protection instead. This diverts capital away from potential borrowers and channels it into collateral to support speculative positions. The resulting shift in the cost of debt can result in an increased likelihood of default and the amplification of rollover risk.


UPDATE: News deuten darauf hin, dass Finnland dem Druck nachgegeben hat und auf Sicherheiten verzichtet. (FT alphaville hat mehr Details zum Anleihenswap für Interessierte) .... wie werden jetzt die Anleihenrenditen reagieren? Könnten auch kaum reagieren, wenn die Banken recht haben, die griechische Anleihen wegen mangelnder Liquidität nicht mehr nach Marktpreisen bewerten (HT: alphaville).