Samstag, 20. August 2011

Inflationsalpträume

In der Presse zeigt Franz Schellhorn im neuen Supermarkt, dass eingespielte Reflexe (Inflation, böser Staat) den Blick auf die makroökonomische Zusammenhänge manchmal etwas trüben kann. Er sieht aus in die Ursache der Österreichischen Inflationsentwicklung (mehr als 3% in den letzten Monaten) die Geldpolitik der FED und der EZB. Wenn ich mich recht entsinne waren Sprit und Dienstleistungen wie aus Essen gehen wichtige Preistreiber. Vielleicht war die Inflation Ausdruck der doch recht positiven Wirtschaftsentwicklung in Österreich? Man erinnere sich vor der Krise hatte Irland Inflationsraten von 8% und doch reale Wachstumsraten weit über dem EU Durchschnitt. Die Preisentwicklung ist in der Regel prozyklisch.

Wenn Schellhorn den Beitrag vor einigen Monaten geschrieben hätte. Naja er ist Teil der Wirtschaftsredaktion der Presse. Seit 2008 wird dort ohne jeden Lerneffekt über die vor der Tür stehende Hyperinflation und Geldentwertung geschrieben. Aber jetzt. Die Märkte sprechen eine andere Sprache.

Die Entwicklungen auf den internationalen Börsen zeigen einen Ausblick auf eine neue Rezession. Und in was tun die von Schellhorn so geliebten Märkte? Statt in marktwirtschaftliche Werte zu investieren suchen sie Zuflucht in Staatspapieren.

Das Downgrading der USA durch Standard & Poors hat nicht etwa zu einer Flucht aus amerikanischen Staatsanleihen geführt. Im Gegenteil das Geld wurde aus den Börsen abgezogen und in Staatspapiere investiert. Der österreichische Finanzminister freut sich und der deutsche sowieso. Bei einer Verzinsung von etwas über 2% für 10-jährige Anleihen der USA und Deutschlands dürfte die Angst der Märkte vor einer Inflationswelle doch eine eher kleine sein.

Nach Friedman (1,2)war der Fehler der FED in der Großen Depression eine zu restriktive Geldpolitik. Und Rogoff (auch) sprach davon, das Inflationsziel der Zentralbanken temporär auf 5% zu setzen.

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