Mittwoch, 3. Dezember 2008

Greg Mankiw über Keynes

Greg Mankiw stellt die Frage "Was hätte Keynes getan".

Ältere neuere Ergebnisse besagen, dass Steuersenkungen stimulierender wirken (link) als eine Erhöhung von Staatsausgaben. Während ich eher das andere vermutet hätte. Keynesianisch gebildet wie ich wurde. Greg Mankiw ist auch skeptisch und meint
There is still a lot about macroeconomics that remains deeply puzzling.
PS: Test: Fernblog per email erstellt.

Kommentare:

  1. Anonym00:20

    Ganz recht. Habe mir schon immer gedacht dass Mankiw ein Esoteriker ist.

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  2. Anonym22:40

    Na, seit wann bist Du geschätzter M1 ein Keynesianer? Mann lernt nie aus ...
    Steuersenkung vs. Staatsausgaben ist kein einfaches Thema, denn zunächst hat der gewogene Forscher das Problem den Effekt in seiner Analyse genau zu isolieren und für alle anderen Effekte zu kontrollieren. Das ist schon mal nicht trivial. Weiters baut die Erklärung, die Mankiw in Zweifel zieht, auf ein klassisches Crowding-out Argument auf: Eine Erhöhung der Staatsausgaben führt zu einer Umschichtung von privaten auf öffentliche Investitionen. Dadurch, dass Geld aus dem Kreditsystem abgezogen und für öffentliche Investitionen verwendet wird, sinkt das Volumen privater Investitionen. Das ergibt sich aus einer einfachen buchhalterischen Identität. Werden hingegen nur die Steuern gesenkt, so kommt es zu einer Umschichtung von öffentlichen Ausgaben hin zu privaten Ausgaben. So weit so gut, und so sind die Ergebnisse, die Mankiw zitiert zustande gekommen. Wenn mann/frau jetzt der Ansicht ist, dass private Ausgaben immer besser sind, so sind Staatsausgaben natürlich schlecht, und gestärkter privater Konsum natürlich gut. Ich glaube aber, dass die Frage hier falsch gestellt ist. Es geht nicht darum wer besser investiert, sondern darum, dass überhaupt jemand investiert. Und in diesem Fall ist die Erhöhung der Staatsausgaben nicht nur wegen des höheren Staatsausgabenmultiplikators besser, sondern auch weil die Investitionen, die in einer Krise wie jetzt von privaten NICHT durchgeführt werden, von der öffentlichen Hand durchgeführt werden. Anders: die bestehende Liquidität wird nicht brach liegen gelassen, sondern in den Wirtschaftskreislauf eingeschossen. Ein langfristiger Effekt der Erhöhung der öffentliche Ausgaben ist natürlich auch -- sofern sie für gut ausgewählte Infrastrukturprojekte aufgewendet werden -- dass sie durch strukturelle Verbesserungen sich auch auf den langfristigen Wachstumspfad der Ökonomie positiv auswirken können. Bei einer Senkung der Steuern ist der Effekt weniger gut steuerbar weil Konsum ein wesentlich diffuseres Phänomen ist. Soweit ich das beim schnellen Drüberlesen erkennen konnte, ist im Blanchard-Perotti Aufsatz eine ökonometrische Spezifikation gewählt worden, die primär kurzfristige Effekte zwischen den einzelnen makroökonomischen Aggregaten zulässt, und in einem solchen analytischen Setting, sollten genau die Ergebnisse rauskommen, die sie berichten. Ich glaub ihre Aussage aber erst wenn mittel- bis langfristige Effekte besser abgebildet werden.

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